16 Mai

On the road with Élouise 1 (Who is Élouise?)

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Élouise war ein wenig Wolke, von der Art der Solo-Strato-cumuluswolke, und ein wenig Tier, von der Art des geflügelten Bentheimer Landschafs. Genau genommen war sie beides und doch keines von beiden. Sie war braun mit weißen Flecken oder andersherum, hatte sechzehn Beine (hier gibt es kein Vertun), und sie trat aus einer Wand hervor, auf der sie ein wenig Geschmiere und ein wenig Graffitti gewesen war. Sie war alles zusammen und nichts davon, außer, wie gesagt, das mit den sechzehn Beinen.
Élouise, das Wolken-Tier-Graffitti-Geschmier, stellte sich in Mannheim an den Rhein und tanzte, probierte vorsichtig tanzend ihre sechzehn braunen Beine, schnupperte bentheimer-landschafsnasig in der Luft dabei. Sie tänzelte von dannen, noch ohne zu wissen, wo sie sich befand, kannte nicht einmal Ludwigshafen. Hier traf ich sie an, erkannte sie von Weitem: „Élouise“, rief ich aus, „du hier in Mannheim!“ Sie aber würdigte mich keines Blickes. Während sie an mir vorbeitänzelte, sah ich, dass „Follow“ in ihrem einen Auge geschrieben stand und „Me“ in dem anderen. „Élouise“, flüsterte ich ihr bewundernd hinterher, „seit wann sprichst du französisch mit dem Namen und englisch mit den Augen?“ Und ich heftete mich an ihre sechzehn Fersen.

13 Mai

Vorstellung der Autorinnengruppe alphabettínen in Heidelberg

alphabettínen eine Autorinnengruppe

Seit mehr als zehn Jahren treffen sie sich in Berlin zum Erfahrungsaustausch rund ums Schreiben und den Literaturbetrieb: die alphabettínen, eine Gruppe von Autorinnen aus Ost und West, die sowohl Prosa und Lyrik schreiben als auch Drehbücher, Blogs, Features, Theaterstücke und Sachbücher.

Weitere Informationen unter www.alphabettinen.de

 Maja Linthe lebt und arbeitet als freie Autorin in Heidelberg und Berlin. Sie ist nicht nur BücherFrau sondern auch selbst Mitglied bei den alphabettínen und stellt ihre Autorinnengruppe sowie deren Aktivitäten und Ziele an diesem Abend vor. Sie gibt auch kurze Kostproben aus den Texten der Gruppe.

Ihrem Blog  „On the road with Élouise” kann man auf www.majalinthe.de folgen.

Vortrag inkl.literarischer Kostproben

Referentin: Maja Linthe

 

Dienstag, 24. Mai 2016,

19.30 Uhr,
Buchhandlung Schöbel,

Plöck 56a, Heidelberg

 

Eine Veranstaltung der BücherFrauen Rhein-Neckar e.V.

 

 

10 Mai

Vorstellung der alphabettinen im Grünen Salon in Berlin

Am 11. Mai wird meine Autorinnengruppe alphabettinen im Grünen Salon in Berlin vorgestellt mit Lesungen, Vorträgen, Diskussionen und einem kleinen Event.

Mittwoch, 11. Mai, 2016, 19:30 Uhr im Grünen Salon in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz.

 

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9 Mai

Mein neuer Beitrag im alphabettinenblog

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Im alphabettinenblog ist mein neuer Beitrag über Rolfs Schreibwerkstatt, eine Schreibwerkstatt für Menschen mit Behinderungen, erschienen.

Ihr findet den Beitrag hier: alphabettinenblog.wordpress.com

blog126

14 Februar

„Dr. Elise Dosenheimer und ihr Heidelberger Zimmer für sich allein“

Mein Text zu Dr. Elise Dosenheimer ist im Jahrbuch zur Geschichte der Stadt Heidelberg erschienen.

 

 

 

 

 

 

„Dr. Elise Dosenheimer und ihr Heidelberger Zimmer für sich allein“

in: Heidelberg. Jahrbuch zur Geschichte der Stadt 2016.

Kurpfälzischer Verlag, 2015, 193-204.

 

Das Jahrbuch enthält viele weitere interessante Artikel über Heidelberg. Eine Lektüre lohnt sich!

Weitere Infos zum Jahrbuch findet ihr hier.

16 Januar

Von Texten, die Geräusche machen

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Élouise ist fort gegangen und ich mache erst einmal Urlaub, um mir zu überlegen, was es Neues geben wird.
Für den alphabettinenblog habe ich einen Blog über Texte, die Geräusche machen, geschrieben. Leider hat das mit dem Hochladen der Geräusche nicht geklappt. Hier klappt es aber und vielleicht gelingt es mir gar den Text in dem einen Blog mit dem Klang des Textes in dem anderen Blog zu verbinden… Hier also der Blog mit Geräuschen:

Es heißt ja, Internetliteratur solle mehr sein als im Internet veröffentlichte Printliteratur.

Hörfassung des ersten Satzes

Ich habe mich gefragt, wie viele Geräusche ein Text machen kann? Wenn ich ihn im Kopf vor mich hindenke, also denkend vor mich hinspreche, hört man ihn noch nicht. Wenn ich ihn dann aber eintippe, macht er Geräusche. Ich tippe mit zehn Fingern und jeder Buchstabe hört sich anders an. Es ist, als spiele ich auf einer klappernden Textklaviatur meinen leisen Kopftext.
Textklaviatur

Dann drucke ich den Text aus, auch das ist ein Textgeräusch, das je nach Seitenanzahl und Inhalt variiert.
Ausdruck

Vielleicht lese ich dann Korrektur, murmele vor mich hin, murmele Textveränderungen, schreibe etwas mit dem Kugelschreiber hinein oder tippe die Änderungen gleich ein. Neulich habe ich mich dabei so geärgert, dass ich wütend auf die Tastatur haute. Da hat es meiner Tastatur die Beinchen weggehauen. Das gab ein lustiges Geräusch.
Korrektur mit Wut

Erst nach der Korrektur lese ich den endgültigen Text laut, um seinen Klang außerhalb meines Kopfes zu testen.
Textklang

Die verschiedenen Textklänge stelle ich als Klangcollage ins Netz, zwischen die Zeilen des Textes. Die Klanggeschichte erzählt die Entstehungsgeschichte des Textes. Es scheint als spreche der Text mit sich selbst, als werde er während des Hörens und Lesens wieder und wieder geschrieben.

7 Januar

On the road with Élouise 120 (Der blaue Stein)

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blog119

Es gab einen blauen Stein mitten in Heidelberg, durch den wir schauten, wenn wir traurig waren. Dorthin kehrten wir zurück. Wir blickten beide durch den gläsernen Stein, Élouise und ich, eine jede von ihrer Seite, und unsere Blicke trafen sich mitten im Blau, hier, wo unsere Wege sich trennten. Es war Zeit Abschied zu nehmen. Ich blickte Élouise hinterher, wie sie sich schaukelnd weg bewegte, ihre sechzehn Beine nacheinander vorsichtig aufs Pflaster setzte auf ihre unnachahmliche Art und Weise.

2 Januar

On the road with Élouise 119 (Laika, der Himmelshund)

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blog128

Etwas war zu Ende gegangen, hier on the road, etwas, das sich abgenutzt hatte, durchlebt worden war und Löcher aufwies. Der Nebel streichelte uns die kühle Stirn und der blassblaue Himmel dahinter wies uns mit Feuerregen den Weg. Ein Junge zündete eine Rakete fürs All. Wir glaubten ihm zögernd und legten den Kopf in den Nacken, um sie fliegen zu sehen. Die Rakete verschwand und kam nicht zurück. Während wir drei so standen, Élouise, der Junge und ich, hörten wir durch den Nebel hindurch den Himmelshund bellen. „Das ist Laika,“ sagte der Junge, lächelte uns zu und ging.

27 Dezember

On the road with Élouise 118 (Gerahmte Himmelsbilder)

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blog126

Der Himmel war hinter die Scheibe geraten und schaute zum Fenster heraus. Er hielt das Haus von innen besetzt und füllte es aus. Erst wenn jemand käme, die Fenster zu öffnen, flöge er wieder heraus, wie ein Vogel, dem man das Türchen geöffnet. Bis dahin schmiegte er sich an die Scheibe, die kühl war und leicht zu durchschaun. Élouise und ich standen staunend auf der Straße und blickten hinauf zum Himmel im Fenster als stünden wir im Museum vor zwei gerahmten Himmelsbildern.

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