On the road with Élouise 91 (Heidelbergerin mit Spinnwebenblick)

Posted by on Jun 4, 2015 in Élouise

blog92
Vor dem Ausgang der Universitäts-Bibliothek spürten wir etwas zwischen den Schultern. Wir bogen unsere Köpfe nach hinten, kletterten die Fassade mit den Augen empor, fühlten eine Verspannung im Nacken. Die rote Frau mit dem Spinnwebenblick schien lange nicht mehr geblinzelt zu haben. Ihre Augen lagen im Schatten, ohne dass sie die Hand an die Augen erhob. Sie war jung mit runzliger Haut, gealtert an Sonne und Wind. Etwas schien sie gesehen zu haben, die rote Frau, dass sie beschloss, blicklos zu werden, ohne die Augen zu verschließen davor. Sie hatte sich die Hand an die Augen gelegt, die Pupillen herausgenommen und hielt sie seitdem wie zwei Perlen in der Hand. Im Schatten des Blicks trug sie ihre Trauer zurück in die Welt. Élouise seufzte, senkte den Kopf zu Boden und ging mir in der Plöck mit hängenden Schultern voraus. Ich warf ab und an einen Blick zurück, weil ich Hoffnung hatte, sie würde wieder zu schauen beginnen. Aber die Spinnweben rührten sich nicht.

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