On the road with Élouise 7

Posted by on Jun 5, 2014 in Élouise

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Als ich sie eingeholt hatte, stand Élouise vor einem hölzernen Pfahl. Der war eigentlich bereits ein sich spreizender Fächer, wurde von rostigen Trägern umarmt und nur dadurch in Pfahlform gehalten. Das Wasser war so häufig bei ihm gewesen und wieder gegangen, dass sich die Holzfasern spreizten wie papierne Seiten, die feucht geworden und in der Sonne getrocknet waren. Élouise stand mir gegenüber, zwischen uns der Pfahl, und blätterte im jahrhundertealten Wetterbericht. Ich schaute zu ihr hindurch, fotografierte sie lesend dahinter. Wir legten beide ein Ohr an den Stamm und hörten das Wasser kommen und gehen. Schon bald würde der Fächer zerfallen, die metallenen Arme mit einem Klirren zu Boden sinken. Ein Kind käme vorbei, kickte das Metall vor sich her, weil das Klirren dabei ihm Freude bereitet. Die Holzreste gäben, aus der Umarmung entlassen, nicht einmal mehr vor, ein Pfahl zu sein. Leicht wie Korken fielen sie auf den Asphalt, bis der Wind sie ins Wasser verweht. Élouise seufzte auf, hob das Näschen, drehte sich um, als hielte sie bereits Ausschau nach dem kickenden Kind. Doch soweit war es noch nicht.

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