On the road with Élouise 6

Posted by on Jun 2, 2014 in Élouise

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Als sich die Fahrstuhltür öffnete, stakste Élouise so wackelig auf den Beinen heraus, als habe sie sich eben das zwölfte beim Stampfen verstaucht. Sie taumelte zu einer steinernen Ufertreppe mit rostig-metallenem Rahmen und blickte von oben herab. Das Näschen hielt sie schnüffelnd gesenkt, als lese sie die bemoosten Stufen wie Seiten in Braille. „Élouise“, fragte ich, „was steht dort geschrieben. Ist es spannend oder hat es dich traurig gemacht?“ Sie blickte an meiner Schulter vorbei, wobei ihr Blick eindeutig spöttisch war. Auf der siebten Stufe inne haltend beschnüffelte sie den Kieselstein, der dort lag, stieg dann rückwärts wieder herauf, den Hintern nach oben, die Bentheimnase wie zum Scannen gesenkt. War das „Himmel und Hölle“ für Schafe? Es könnte eine Schatzkarte sein, die sie las, in verschlüsselter Moosschrift, denn oben angekommen, lief sie zielstrebig weiter am Ufer entlang. Ich machte ein Bild von der Treppe im Rahmen und dem Text auf den Stufen, obwohl ich die Hoffnung nicht hatte, ihn je zu verstehen. Dann rannte ich Élouise hinterher.

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