On the road with Élouise 5

Posted by on Mai 28, 2014 in Élouise

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Ich legte den Kopf in den Nacken, sah Élouise als Wölkchen gen Himmel fahren und mir kam in den Sinn, dass sie wohl Ihresgleichen suchte, die mütterliche Seite der Wolkenverwandtschaft. Der Fahrstuhl hielt oben, Élouise stieg dort aus, balancierte von eckig nach bauchig hinüber. Ich meinte, sie trüge ein Lächeln im Gesicht wie ein Kind auf der Kirmes, aber vielleicht auch nur um die Balance zu halten mit den Winkeln des Mundes. Und obwohl ich wusste, dass sie zu weit weg war, um ihr Lächeln zu sehen, hoffte ich doch, es sei wahr. Ich stellte die Kamera scharf, fotografierte nach oben hinauf. Élouise schwebt als lächelnde Wolke über dem Retrogefährt, das oben und unten genauso verbindet, wie den heutigen Tag mit der Zeit, in der es neu war und glänzend.
„Élouise,“ rief ich zu ihr hinauf, „was siehst du von oben. Siehst du mich? Bin ich klein?“ Wie immer würdigte sie mich keines Blickes, ließ ihn schweifen über den Rhein, nach Ludwigshafen hinüber, als wäre das ihr geheimes Ziel. Dann wandte sie sich um, stubste die Tür auf mit dem Bentheimnäschen, klopfte mit dem zwölften Huf als Zeichen für mich (woher wusste ich das mit dem Zwölften?). Die Kamera hing ich mir um den Hals und drückte den obersten Knopf für ganz unten.

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